Protokoll der Mitglieder - und Sympathisanten - Versammlung des Baumschutz und Bildungs-Vereins NaBiS e.V.
vom Donnerstag, den 4. Juni 2026 (Fronleichnam)
Anwesend insges.:13 -14 Personen, davon 3-4 Mitglieder des Vereins und 2-3 Mitglieder des Vorstands von fünf.
Ort: Hinterhof-Galerie, Kartäuser Wall 18 (ehemals besetztes Haus)
Schriftführer:
Beginn:16.00 Uhr
Festlegung der Tagesordnungspunkte:
) Nach Corona-bedingter Pause: Bilanz des Vereins-Engagement nach 22 Jahren Baum- und Bestandsschutz
) Streuobstwiese in Rodenkirchen: Wie ist die Situation auf dem Gelände und kommende Aktivitäten. Kirschernte ab Juni 26 und das jährliche Mähen des Geländes
) Der Vorsitzende Ottmar Lattorf hat in den letzten Jahren den Kampf der Händler und Bauern gegen die völlig unsinnige Zerstörung des Kölner Großmarkts unterstützt. Stand der Dinge und die Aussichten in Zeiten gesellschaftlicher Krisen
) Im Land der Dichter und Denker sinkt die Anzahl der Bibliotheken; Bücher und Zeitschriften werden zunehmend weggeschmissen!!! Vereinsmitglieder haben begonnen auf eigene Faust Bücher und Zeitschriften zu sammeln und zu archivieren. Stand der Dinge.
) Ermittlung des Kassenstandes
) Vorstandswahlen
Zu Punkt 1.) und 3.)
Nach der Corona - bedingten Vereins-Pause bilanzierte der Vorsitzende Ottmar Lattorf die Arbeitsweisen, Aktionsarten, Erfolge und Misserfolge der Vereins-Tätigkeiten in den letzten 20 Jahren.
Er versuchte darzulegen, wie der Verein durch seine unterschiedlichen Umwelt- und Baumschutz Aktionen davon erfahren hat, wie der gegenwärtige Verwaltungs- und Politik- Apparat der Stadt (und da gehört auch das Grünflächenamt, das Verkehrsdezernat und die Verwaltung dazu) durch Verwaltungsreformen (Privatisierungen) in den letzten Jahren schwere Defizite (Funktionsstörungen) erlitt. Es werden durch die Verwaltung vorzugsweise nur noch Sachen erledigt, die sich privatwirtschaftlich rechnen, (also Gewinn bringen) oder die man privaten Firmen übertragen kann. So auch bei der städtischen Grünflächenpflege.
Früher hatte die Stadt Köln in allen Parkanlagen sogenannte „Bauhöfe“, die mit Schubkarren, Geräten, Motorsägen und Unterstellplätze für städtischen Gärtner ausgerüstet waren. Im Laufe der Jahre, im Laufe der neo-liberalen Transformation der Stadtverwaltung hat man fast alle städtischen Bauhöfe, die die städtische Ausgangsbasis für die Grünflächenpflege in der Stadt waren, bis auf drei, zerstört. Die anstehenden Arbeiten in den Grünanlagen hat man den städtischen Gärtnern entrissen, um sie an privaten Baumfällungs-Firmen zu übergeben, die oft von weit her nach Köln anreisen müssen. Weil die „sog. „Ausschreibungen“ der einzelnen Kommunen dann bundesweit veröffentlicht werden müssen, damit sich dann die verschiedenen Bewerber (Baumsägefirmen) bei den jeweiligen Kommunen vorstellen können. Der billigste Bewerber wird dann eingeladen, um dann Bäume zu fällen oder Parks zu pflegen.
Man kann auch auf die seit Jahren Auto-befördernden und Schienen-vernachlässigenden und Kinderfeindlichen – Verkehrs- Politik der Stadt Köln der letzten 20 Jahren schauen! Denn hier findet man das gleiche Bild:
Für die 2 km lange „3. Ausbaustufe der Nord Süd – Bahn“, über die Bonner Straße bis zum Bonner Verteiler wurden von privaten Firmen die die Stadt Köln von Auswärts angeheuert hatte, im Oktober 2017 völlig unnötig 300 gesunde innerstädtische Bäume gefällt! Begründung: Das Schienen-Ausbau – Projekt 3. Ausbaustufe der Nord-Süd-Bahn über die Bonner Straße sah gleichzeitig die Verbreiterung der bestehenden vier Fahrbahnen für den Auto-Verkehr um 50 cm vor! Dafür wurden im Oktober 2017 300 innerstädtische Bäume entlang der geplanten Schienentrasse gefällt, die bis heute - fast 10 Jahre später - immer noch nicht fertig gestellt ist, obwohl sie nach den damaligen Ankündigungen der Stadt Köln im Jahr 2019 fertig gestellt sein sollte. Nun spricht die Stadt Köln und die KVB von der Vollendung des 2 km langen oberirdischen Stück Schiene im Jahr 2029!
Aber nicht nur die Umweltschutz-, Verkehrs-, Verwaltungs- Politik sondern auch die Wirtschafts-Politik der Stadt lässt mittlerweile viel zu wünschen übrig, wie man es u.a. an der mutwilligen, ökologisch und ökonomisch katastrophalen Zerschlagung des Kölner Großmarkts im letzten Jahr erkennen konnte….
Die einheimische Landwirtschaft aus der Kölner Bucht hatte die Möglichkeit ihre Produkte zum Kölner Großmarkt zu liefern, die dann des Nachts und Früh-Morgens versteigert wurden. Die mittelständischen Obst und Gemüsehändler, die Restaurants, die Kindergärten, Schulen u.s.w. konnten an den vier großen Lebensmittelkonzernen Deutschlands (Aldi, REWE, Lidl, Penny,) vorbei, frisches, einheimische Obst und Gemüse, Fisch und Fleisch vom Großmarkt beziehen.
Nun haben die einheimischen Bauern aus der Kölner Bucht keinen Absatzmarkt mehr, weil im Gegensatz zum dem freien Handel auf dem Großmarkt, die großem Lebensmittel-Konzerne (Aldi und Lidl) dem einheimischen Bauern nur Dumping Preise zahlen. So dass die kleineren Bauern aus der Kölner Bucht, die auch noch ökologischer produzieren konnten, eigene Verkaufsaktionen machen müssen oder aufgeben. Viele geben auf und das frei werdende Land wird von großen Agrar-Konzernen aufgekauft... Große landwirtschaftlich genutzte Flächen fallen dadurch an anonyme Kapitalanleger oder Energiekonzerne. Die traditionelle Nutzung durch lokale Familienbetriebe wird dadurch verdrängt, und der Anteil von Nicht-Landwirten am Bodenbesitz wächst stark!
Für den Bürger wird auf lokaler Ebene immer weniger gemacht! Im Gegenteil, dem Bürger wird zunehmend „von oben“ der Aktions-Spielraum eingeschränkt… wie es auch schon bei der sogenannten Corona – Pandemie, die gar keine Epidemie war, zu erkennen gewesen ist.
Auf Bundesebene setzt sich diese negativ Entwicklung mittlerweile fort, wie die völlig destruktive Russland – Politik und die massiven Vorbereitung für einen 3.Weltkrieg es zwingend zeigen….
Um ca. 18.00 Uhr wurde die Sitzung unterbrochen und es wurde der fünfte Tagesordnungs-Punkt vorgetragen
zu 5.)
Der Kassenwart Hendrik Böhme legte die Ausgabensituation und die Einnahmesituation dar und wurde entlastet. Des weiteren schlug der Kassenwart vor, den Status als e.V. , als „eingetragener gemeinnütziger Verein“ zu verlassen und ihn in eine andere Gelände gängigeren, Bürokratie-ärmeren Form umzuwandeln. Es wurde keine Entscheidung getroffen.
Zu 6.)
Vorstandswahlen konnten nicht durchgeführt werden.
Punkt 2.) 3.) 4.) und 6.) wurde auf die nächste Vereins-Sitzung verschoben.
Die Sitzung wurde um 19.20 Uhr beendet.
Anhang 1
Bibliotheken waren einst das Herzstück jeder Gemeinde, ein Ort zum Lernen, Lesen und Treffen mit Freunden. Doch für viele (besonders Junge) Menschen sind sie heute eher eine Randnotiz als ein Ort, den man unbedingt besuchen muss. Angesichts von Smartphones, sozialen Medien und dem einfachen Zugang zu sog. „Informationen“ im Internet wirkt die Idee, Zeit in einer Bibliothek zu verbringen, überholt .
