Wegen der Zerschlagung des Ḱölner Großmarktes am Ende des Jahres:
Brief an Kölns neuen Oberbürgermeister Torsten Burmester, SPD
Sehr geehrter Herr Burmester!
Herzlichen Glückwunsch zu Ihrer Wahl zu Kölns Oberbürgermeister!
Wir, einige Händler des Kölner Großmarkts, wenden uns an Sie, Herr Oberbürgermeister Burmester, mit der Bitte, den Großmarkt-Betrieb auf dem Aurelius Gelände entlang des Großmarkt-Geländes nicht Ende diesen Jahres auslaufen zu lassen, bzw. zu zerstören, sondern den Betrieb noch einige Zeit lang zu dulden, bis eine für uns ökonomisch vertretbare Verlegung unserer Lagerhallen realisiert werden kann.
Das ehemalige Ratsbündnis aus Bündnis90/GRÜNE, CDU und die Oberbürgermeisterin Henriette Reker hatten in der Ratssitzung am 1. Oktober 2024 den Beschluss gefasst, den Großmarktbetrieb am 31.12.2025 schließen zu wollen – ohne einen alternativen Handelsplatz zu schaffen, ohne irgendeine Perspektive für die Händler zu haben!
Es wurde nicht die endgültige „Verlegung des Großmarkts nach Marsdorf“ beschlossen, wie die Stadt es über viele Jahre seit 2007 immer wieder angekündigt hatte. Nein, es wurde mit den Stimmen der Grünen und der CDU im letzten Jahr die völlige Zerschlagung des altgedienten Logistik- und Handelszentrums für Lebensmittel aller Art beschlossen! Unglaublich für eine ökologische Partei, die sich gleichzeitig für eine nachhaltige Umgestaltung der Agrar- und Ernährungssysteme einsetzt!
Es war das SPD-Mitglied Christian Joisten, das in den Stadtratssitzungen im letzten Jahr zum Thema Großmarkt deutlich machte, dass wenn das Ratsbündnis (CDU/ Grüne) der Verlängerung der Nutzung für die Großhändler nicht zustimmen würde, dies das "Aus" für den Kölner Großmarkt bedeuten würde. Gewerbesteuer und Arbeitsplätze würden ins Umland abwandern oder wegfallen und das bei der desolaten Kölner Haushaltslage. Joisten nannte dies einen „Wahnsinn“, was es nach unserer Meinung auch ist!
Am Ende diesen Jahres (2025) stehen die verbliebenen Händlerbetriebe im wahrsten Sinne des Wortes ersatzlos auf der Straße! Die einheimischen Bauern aus der Kölner Bucht werden ihre Produkte nicht mehr hier abgeben können, die Gastrobetriebe, die ja auch schon in einer Krise geraten sind, müssen sich irgendwie und irgendwo anders nach Lebensmitteln umsehen. Und wofür das alles? Für ein Bau-Projekt, der sog. „Parkstadt – Süd“, das noch in den Kinderschuhen steckt?
SPD-Mitglied Christian Joisten wettete schon im letzten Jahr (2024) darauf, dass „sich bis 2030 auf dem Planungsgelände der Parkstadt-Süd kein Kran drehen werde!“ Er sprach in den Ratssitzungen zum Thema Großmarkt davon, dass es einen volkswirtschaftlich gesehen, viel besseren Umgang mit der 115 ha großen Großmarktfläche und den noch verbliebenen Händlern gebe. Er schlug vor, auf den Flächen, die der Großmarkt nicht mehr benötige, mit Abriss und dem Aufbau der Parkstadt – Süd zu beginnen und parallel den Großmarkt weiter zu betreiben, bis Alternativflächen für die Händler zur Verfügung stehen!
Können Sie, Herr Oberbürgermeister Burmester sich nicht auch dafür einsetzen, dass die Händler, die bisher noch keinen alternativen Standort gefunden haben oder diese bis Ende des Jahres 2025 noch nicht aufbauen konnten, mit ihren Betrieben noch eine Weile auf dem Großmarkt/ Aurelisus - Gelände bleiben können, bis die Ersatzflächen fertiggestellt (oder gefunden) worden sind? Es würde den sowieso schon in der Krise geratenen Mittelstand in Köln, den Händlern des Kölner Großmarkts und der einheimischen Landwirtschaft in einer schweren krisenhaften Zeit sehr helfen!
Nehmen Sie bitte auch zur Kenntnis, dass nach unserem Kenntnisstand für die folgenden Firmen auf dem Aurelius Gelände, Eren Cash & Carry GmbH,Edy Food GmbH, Birlik Lebensmittel Grosshandel GmbH und für Mare Atlantico Delikatessen GmbH weiterhin gültige Mietverträge über den 31.12.2025 (mindestens für ein Jahr) hinaus bestehen.
Wir bedanken uns für Ihre Bemühungen und hoffen auf eine positive Rückmeldung!
Mit freundlichen Grüßen, einige Händler vom Aurelius Gelände des Kölner Großmarkts und Ottmar Lattorf (1. Vorsitzender des Bildungsverein NaBiS, Natur, Bildung und Soziales, Bürger informieren Bürger e.V. nabis@web.de)
Köln, am 29. Oktober 2025, 11. Dezember 2025
Kölner Großmarkt

Internetseite der Händlergemeinschaft des Kölner Großmarkts: https://www.koelner-grossmarkt.de/themen/koelner-grossmarkt/
Eine aktuelle Skizze der Problematik auf dem Kölner Großmarkt aus der Sicht der Händler im Herbst 2022
Ist die Großmarktverlegung eine gute Idee?
Laut Masterplan, (einen als Generalplan gedachter städtebaulicher Entwicklungsplan) des unternehmerfreundlichen Architekten Albert Speer (77), Sohn des Adolf´schen Speers, soll der innerstädtische Grüngürtel erweitert werden, um direkt nebendran ein neues Veedel bauen zu können. Auf einer Fläche von ca.100 Hektar, die an der Luxemburger Straße beginnt und am Gustav-Heinemann-Ufer am Rhein endet, soll ein Sanierungsgebiet ausgerufen werden. Die Kölner Stadtverwaltung hat im Auftrag der Bauwirtschaft und der Politik den Abriss und die Verlegung des Großmarktes nach Köln Marsdorf geplant, obwohl die Bevölkerng ihn da nicht haben will. Das teure und unsinnige Projekt wird medial hochgejubelt und soll bis zum Jahre 2020 realisiert werden. Die Ausführungen des Stadtplanungsamts, haben den Titel „Entwicklungskonzept südliche Innenstadterweiterung“, kurz ESIE.
Die Planung der Stadt Köln ist unrealistisch, weil dort wo vor wenigen Jahren erst Neubauten genehmigt worden sind (direkt am Rheinufer), soll Grüngürtel entstehen und dort wo jetzt freies Feld ist (Gelände der Dombrauerei), dort soll bebaut werden. Hier ein Luftbild von dem Gebiet.
Es stellt sich die Frage, dient der geplante Abriss und die geplante Verlegung des Großmarkts dem Gemeinwohl oder ist es nur der notwendige Vorlauf für die Schaffung eines freien Spielfeldes für die Bau-Konzerne?
Was ist der Großmarkt und wer will den Großmarkt überhaupt verlegen?
Hier drei Karten zu den
- aktuellen Eigentumsverhältnissen in dem Gebiet des Großmarkts und eine
- Skizze des zukünftigen Nutzungs-Konzepts der Stadtverwaltung auf dem möglicherweise frei werdenden Gelände.
Eine völlig unnötiger U-Bahn Linie - die Nord-Süd Bahn - führt vom Hauptbahnhof direkt zum Großmarkt. Doch wer will die U-Bahn überhaupt und wozu dient sie? Hier ein erste Antwort: Genug gemurkst!
Und wieviele Millionen kostet die Verlegung des Großmarktes?
Die Großmarktverlegung in Köln ist Teil eines größeren Bau- und Bahn-Zerstörungsprojektes (übrigens genau wie in Stuttgart, hier wie dort, soll die Bahn verschwinden oder unter die Erde geschafft werden)!
Die Stadt Köln hat nun eine vorbereitende Untersuchung und ein Entwicklungskonzept für das Großmarktgelände, den Güterbahnhof Bonntor, der Raderberger Brache und weitere anliegende Gebiete vorgelegt. In der südlichen Südstadt soll nun ein neues Veedel entstehen.
Hier eine interessante Analyse zu der Bau-Entwicklung in der Südstadt.
Um die Bürger vom Wert dieser Planung zu überzeugen, wird gesagt das hier auf dem Großmarktgelände und den anliegenden Gebieten erst einmal eine Bundesgartenshow veranstaltet werden soll. Doch dient das der Naturerhaltung und den Interessen der Bürger? "Kein Platz für die Natur - das Auslaufmodell Bundesgartenschau". Und hier ein weiteres Beispiel für den Unsinn von Gartenschauen.
Der Großmarkt soll nach Köln-Marsdorf verlegt werden. Hier die Internetseite der Bürgerinitiativen, die sich dagegen wehren:
Die Bürger-Interessen-Gemeinschaft Junkersdorf e.V. und Dorfgemeinschaft Sielsdorf e.V..
Hier noch: Der Arbeitskreis "Großmarkt" der Dorfgemeinschaft Hürth-Sielsdorf informiert.
Auch der Kölner Stadtanzeiger berichtet: Großmarktgegner machen mobil.












